Glasfaserverteilung im Rechenzentrum

MTP/MPO-Systeme: Kabel, Module und Patchpanels

Mehrere Glasfasern mit einem Stecker verbinden und im Rack übersichtlich verteilen: Hier finden Sie MTP/MPO-Kabel, MTP-LC-Module, Kassetten sowie passende Panels und Patchmodule. Wählen Sie zuerst die Aufgabe im Netz und stimmen Sie dann Fasertyp, Base-System, Polarität und Gehäuseserie aufeinander ab.

G-Connect UHD Patchpanel für die modulare Glasfaserverteilung

MTP/MPO-Verkabelung als System planen

Ein passender Stecker allein ergibt noch keine funktionierende Verbindung. Planen Sie den vollständigen Weg vom sendenden zum empfangenden Port – einschließlich aller Kabel, Kupplungen und Module. Zwei typische Aufbauten helfen bei der Einordnung:

MTP-Backbone mit LC-Anschlüssen

Eine mehrfaserige Stammverbindung verbindet zwei Verteiler. MTP-LC-Module oder Kassetten führen die Fasern an der Front auf LC. Von dort geht es mit passenden LWL-Patchkabeln zu den Geräten. Die Module verteilen Fasern passiv; sie wandeln weder das optische Signal noch Singlemode in Multimode um.

Direkte MTP/MPO-Verbindung

Bei Geräten mit einer passenden Mehrfaserschnittstelle führt das Kabel direkt zum Geräteport oder über geeignete MTP-Patchmodule. Maßgeblich ist die genaue Transceiver-Spezifikation. Aus „MTP/MPO“, „QSFP“ oder einer Datenrate allein lässt sich keine passende Kabelausführung ableiten.

Patchmodul oder Konvertierungsmodul? Das G-Connect UHD LC-Patchmodul führt LC-Anschlüsse durch. Für den Übergang von einem MTP-Anschluss auf mehrere LC-Anschlüsse benötigen Sie ein entsprechend vorkonfektioniertes MTP-LC-Modul oder eine passende Kassette.

Vor der Bestellung: sechs Punkte abgleichen

  1. 1. Fasertyp und Geräteanschluss

    OS2 steht für Singlemode, OM3 und OM4 für Multimode. Kabel, Module und Transceiver müssen zur vorgesehenen Faserart und Strecke passen. Eine gleiche Steckerform reicht als Nachweis nicht aus. Der Ratgeber zu OS2, OM3 und OM4 hilft bei der grundsätzlichen Faserauswahl.

  2. 2. Base-System und Faserbelegung

    Base-8 und Base-12 beschreiben Gruppen mit acht beziehungsweise zwölf Fasern. Prüfen Sie zusätzlich die tatsächlich belegten Positionen und die Zahl der benötigten Anschlüsse. Ein mechanisch passender MTP-Stecker beweist nicht, dass die Faserbelegung zu Gerät und Modul passt.

  3. 3. Male/Female und Politur

    Male-Stecker besitzen Führungsstifte, Female-Stecker die dazugehörigen Führungsöffnungen. An einer Steckverbindung müssen die Ausführungen zueinander passen. Kontrollieren Sie außerdem die spezifizierte Politur beider Gegenstellen, etwa PC/UPC oder APC. Eine Kupplung gleicht eine falsche Stecker- oder Politurkombination nicht aus.

  4. 4. Polarität der gesamten Strecke

    Die Polarität legt die Zuordnung der Fasern zwischen den Enden fest. Bei Kabeln begegnen Ihnen beispielsweise Typ A, B und C; Module können weitere Bezeichnungen wie AF verwenden. Gleichen Sie die Belegungspläne aller Komponenten ab, damit jeder Sendeport den richtigen Empfangsport erreicht.

  5. 5. Panelserie und Platz im Rack

    Prüfen Sie die ausdrücklich angegebene Kompatibilität von Modul und Gehäuse. G-Connect UHD, HD-Kassetten und Subrack-Module sind nicht allein wegen ähnlicher Anschlüsse austauschbar. Berücksichtigen Sie außerdem Höheneinheiten, Einbautiefe, benötigte Modulplätze und die Erreichbarkeit der Ports.

  6. 6. Kabelführung und Dämpfungsbudget

    Ermitteln Sie die Länge über den tatsächlichen Verlegeweg inklusive sinnvoller Rangierreserve. Beachten Sie die Biegeradien und Zugbelastungsgrenzen aus dem Datenblatt. Die Verluste von Kabeln und sämtlichen Steckverbindungen müssen zusammen innerhalb des zulässigen Dämpfungsbudgets der Übertragungsstrecke liegen.

Base-8 und Base-12 richtig einordnen

Base-8: acht Fasern pro Gruppe

Eine Gruppe mit acht Fasern kann auf vier LC-Duplex-Verbindungen aufgeteilt werden. Sie kann auch zu einer parallelen optischen Schnittstelle mit vier Sende- und vier Empfangsfasern passen. Ob diese Belegung benötigt wird, bestimmt der konkrete Geräteport.

Base-12: zwölf Fasern pro Gruppe

Zwölf Fasern lassen sich auf sechs LC-Duplex-Verbindungen verteilen. Das G-Connect UHD OM4 Base-12-Modul stellt beispielsweise zwölf LC-Anschlüsse bereit. Zwölf einzelne LC-Anschlüsse sind dabei nicht zwölf Duplex-Ports.

Base-12 lässt sich nicht pauschal durch Base-8 ersetzen. Auch bei gleichem Steckerformat können Fasern ungenutzt bleiben oder falsch zugeordnet werden. Prüfen Sie bei einer Erweiterung den vorhandenen Belegungsplan und die geplante Anwendung gemeinsam.

Montage und Inbetriebnahme vorbereiten

  • Endflächen prüfen: Vor dem Stecken mit geeigneter Ausrüstung inspizieren, bei Bedarf mit einem zur MTP/MPO-Ausführung passenden Werkzeug reinigen und erneut kontrollieren.
  • Fasern nachvollziehbar zuordnen: Kabelenden, Module und Ports beschriften und die Belegung dokumentieren. So bleiben Erweiterungen und Fehlersuche übersichtlich.
  • Verbindung abnehmen: Durchgängigkeit, Faserzuordnung und optische Verluste nach dem vorgesehenen Prüfplan kontrollieren. Messaufbau, Referenzierung und Grenzwerte müssen zur Strecke passen.

Für die Planung einer Abnahme finden Sie auf abatec.de Informationen zu LWL-Messungen und Messdienstleistungen.

Häufige Fragen zu MTP/MPO-Systemen

Was ist der Unterschied zwischen MTP und MPO?

MPO bezeichnet eine Mehrfaser-Steckverbinderbauform. MTP® ist die Markenbezeichnung von US Conec für eine Ausführung dieses Steckverbinders. Für die Auswahl bleiben die konkrete Schnittstelle, Faserbelegung, Male/Female-Ausführung und Politur entscheidend – nicht allein die Bezeichnung MTP oder MPO.

Welches MTP/MPO-Kabel passt zu meinem Transceiver?

Nutzen Sie die genaue Transceiver-Bezeichnung und dessen Datenblatt. Vergleichen Sie Fasertyp, Steckerschnittstelle, belegte Faserpositionen, Polarität, Politur sowie zulässige Länge und Verluste. Eine allgemeine Angabe wie „100G“ reicht nicht: Unterschiedliche optische Übertragungsverfahren können unterschiedliche Verkabelungen erfordern.

Wann benötige ich ein Female-Female-Kabel?

Wenn beide anzuschließenden Gegenstellen passende Male-Schnittstellen mit Führungsstiften haben. Prüfen Sie jede Seite getrennt. Auch bei passender Male/Female-Kombination müssen Faserbelegung, Polarität und Politur übereinstimmen.

Enthält ein leeres Patchpanel bereits die Module?

Ein als „leer“ angebotenes Panel enthält keine Modulbestückung. Wählen Sie die zur Serie passenden Module separat und prüfen Sie den Lieferumfang des jeweiligen Artikels. Die mögliche Portdichte wird erst mit der vorgesehenen Bestückung erreicht.

Welche Angaben helfen bei einer Projektanfrage?

Nennen Sie Geräte- oder Transceivermodelle, Strecke und Kabellängen, Faserart, benötigte Verbindungen sowie vorhandene Panels und Module. Wenn bekannt, ergänzen Sie Base-System, Polarität, Male/Female-Ausführung und Politur. Ein Port- oder Belegungsplan hilft, offene Punkte gezielt zu klären.

MTP/MPO-Komponenten für Ihr Projekt abstimmen

Sie erweitern eine bestehende Verteilung oder planen ein neues Rack? Senden Sie uns die vorhandenen Komponenten und die gewünschte Verbindung. So lassen sich passende Ausführungen und noch offene technische Anforderungen gemeinsam klären.

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Mehr zur übergreifenden Planung von Portdichte, Patchwegen und passiver Infrastruktur: Glasfaser-Netzwerklösungen für Rechenzentren auf abatec.de.