Direkt zu den Produkten

FOTAS | Akustische Sensorik

Distributed Acoustic Sensing (DAS)

Vibrationen, Schritte, Grabungen oder mechanische Einwirkungen entlang einer Glasfaser erkennen und räumlich zuordnen – als Grundlage für projektbezogene Alarmierung.

Schematische DAS-Darstellung: Glasfaser erkennt ein akustisches Ereignis entlang der Strecke
Direkt erfasstDynamische Dehnung, Vibrationen und akustisch verursachte Einwirkungen auf die Faser
Typische FrageWas ist wo entlang der überwachten Strecke passiert?
Passend fürPerimeter, Zäune, Trassen, Pipelines, Bahn- und Industrieareale

Grundlagen

Was ist FOTAS DAS?

DAS steht für Distributed Acoustic Sensing. Das Auswertegerät sendet Licht in eine geeignete Glasfaser und untersucht das zurückgestreute Signal. Vibrationen und mechanische Einwirkungen verändern dieses Signal. Über die Laufzeit lässt sich die Position entlang der Faser bestimmen. Anders als ein punktueller Beschleunigungs- oder Körperschallsensor liefert die Faser viele Messorte entlang eines durchgehenden Verlaufs.

DAS, DTS und DTGS im Überblick

Messprinzip

So funktioniert die Technologie

Vom optischen Signal bis zur nutzbaren Information in vier Schritten. Details wie Pulsfolge, Auflösung, Mittelung und Auswertealgorithmus hängen von System und Projekt ab.

  1. Licht einspeisen

    Kurze Lichtimpulse werden in die Sensorfaser gesendet.

  2. Rückstreuung erfassen

    Das Gerät erfasst ortsabhängige Veränderungen des zurückgestreuten Lichts.

  3. Muster auswerten

    Signalverläufe werden auf Vibrationen und akustische Muster analysiert.

  4. Position melden

    Ein relevantes Ereignis kann einer Position oder Zone zugeordnet und weitergegeben werden.

Saubere Trennung

Was erkennt das System?

Messgröße, Analyseergebnis und Anwendung sind nicht dasselbe. Welche Ereignisse belastbar erkannt oder klassifiziert werden, muss für Faser, Einbauort und Umgebung validiert werden.

Direkt erfasste Größe

  • Dynamische mechanische Einwirkung auf die Faser
  • Vibrations- und akustisch geprägte Signaländerungen
  • Ort entlang der Sensorstrecke

Mögliche Analyse

  • Schritt- und Fahrzeugmuster
  • Grabungs- oder Ausschachtungsaktivität
  • Klettern, Schneiden oder Schlagen am Zaun
  • Manipulation an linearen Anlagen

Mögliche Anwendung

  • Perimeter- und Zaunüberwachung
  • Pipeline- und Trassenmonitoring
  • Bahn- und Verkehrsinfrastruktur
  • Industrie- und Sicherheitsareale
DAS-Anwendungsdarstellung mit Glasfaser, Grabung, Zaun, Fahrzeug und Leitstelle
Herstellerdarstellung zur fachlichen Einordnung; konkrete Erkennungs- und Alarmfunktionen sind modell- und projektabhängig.

Anwendungen

Typische Einsatzbereiche

Perimeter & Zaun

Mechanische Ereignisse entlang befestigter oder erdverlegter Sensorfasern räumlich einordnen.

Pipelines & Leitungswege

Annäherung, Grabungsaktivität oder mechanische Einwirkung entlang linearer Assets überwachen.

Bahn & Verkehr

Vibrationsmuster entlang von Schienenwegen, Straßen oder Tunneln als projektspezifische Datenquelle nutzen.

Industrie & kritische Areale

Große Außenbereiche ergänzend zu Kameras, Zutrittskontrolle und Leitstellentechnik überwachen.

Auswahlhilfe

FOTAS DAS, DTS oder DTGS – was ist der Unterschied?

TechnologieErfasst / analysiertTypische FragestellungGeeignete Anwendungen
DAS – diese SeiteVibrationen und akustisch geprägte mechanische EinwirkungenWas ist wo passiert?Perimeter, Zaun, Grabung, Trassen
DTSKonkrete Temperaturwerte und TemperaturprofileWie warm ist es an dieser Position?Wärme-, Brand-, Kabel- und Anlagenmonitoring
DTGSThermische Trends, Raten, Gradienten und AbweichungenWie verändert sich das thermische Verhalten über Zeit und Strecke?Thermische Zustands- und Trendüberwachung

Die Tabelle dient der Orientierung. Eine Kombination aus akustischer und thermischer Sensorik kann sinnvoll sein; sie ersetzt keine Projektprüfung.

Technische Einordnung

Vorteile der Technologie

Verteilt statt punktuell

Die Faser bildet entlang der Strecke viele virtuelle Messorte, ohne einzelne aktive Sensoren an jeder Position.

Räumliche Zuordnung

Auffällige Signaländerungen lassen sich einer Entfernung beziehungsweise konfigurierten Zone zuordnen.

Passive Sensorstrecke

Entlang der Sensorfaser sind keine elektrisch versorgten Messgeräte an jedem Messort nötig.

EMV-unempfindliche Faser

Die optische Sensorfaser ist gegenüber elektromagnetischen Störungen unempfindlich.

Bestehende Faser prüfbar

Vorhandene Singlemode-Faser kann je nach Zustand, Belegung, Route und Kopplung geeignet sein; dies ist projektbezogen zu prüfen.

Systemanbindung nach Auslegung

Alarmzonen, Weboberfläche und Übergabe an übergeordnete Systeme hängen vom Modell und Integrationskonzept ab.

Aktuelles Sortiment

Welche FOTAS-Produkte finden Sie in dieser Kategorie?

In dieser Kategorie sind aktuell fünf DAS-Systeme gelistet: S-10 und S-50 als Einkanalmodelle sowie D-5, D-30 und D-50 als Zweikanalmodelle. Die Modellbezeichnungen und Shopdaten weisen Reichweiten von 5, 10, 30 oder 50 km aus. Diese Werte gehören zum jeweiligen Modell – nicht zur DAS-Technologie allgemein.

Beispielhafte Modelle: FOTAS DAS S-10 (Einkanal, 10 km) · FOTAS DAS D-50 (Zweikanal, 50 km)


Projektberatung

Welche Lösung passt zu Ihrem Projekt?

Für eine belastbare Vorauswahl sollten Anwendung, Strecke, Sensorfaser, Einbauort und Alarmprozess gemeinsam betrachtet werden.

Technische Fragen

  • Welche Strecke, Fläche oder Anlage soll überwacht werden?
  • Welche Ereignisse oder Veränderungen sind relevant?
  • Ist geeignete Glasfaser vorhanden und frei verfügbar?
  • Welche Reichweite und räumliche Auflösung werden benötigt?

Betrieb und Integration

  • Welche Alarmierungs- und Reaktionsprozesse bestehen?
  • Soll SCADA, IoT, Sicherheits- oder Leittechnik angebunden werden?
  • Ist die Kombination akustischer und thermischer Überwachung sinnvoll?
  • Welche Umgebungs- und Zulassungsanforderungen gelten?

Faseroptisches Monitoring für kritische Infrastruktur

FAQ

Häufige Fragen zu DAS

Was ist Distributed Acoustic Sensing?

DAS ist eine verteilte faseroptische Sensortechnik zur ortsaufgelösten Erfassung dynamischer mechanischer und akustisch geprägter Einwirkungen entlang einer Glasfaser.

Erkennt DAS automatisch jede Grabung oder Annäherung?

Nein. Erfassbarkeit und Klassifikation hängen unter anderem von Faserroute, Kopplung, Untergrund, Umgebungsgeräuschen, Parametrierung und dem eingesetzten Modell ab. Ein Anwendungstest ist deshalb sinnvoll.

Wie unterscheidet sich DAS von DTS und DTGS?

DAS betrachtet Vibrationen und akustische Ereignisse. DTS liefert ortsaufgelöste Temperaturwerte. DTGS wertet thermische Verläufe, Änderungsraten und Gradienten über Zeit und Strecke aus.

Kann eine vorhandene Glasfaser genutzt werden?

Grundsätzlich kann dies möglich sein. Fasertyp, freie Faser, Dämpfung, Spleiße, Route und mechanische Kopplung müssen jedoch zur Anwendung passen.

Ersetzt DAS Kameras oder Perimeterschutzsysteme?

DAS kann solche Systeme ergänzen und Ereignispositionen als Trigger liefern. Welche Sensoren und Reaktionsprozesse erforderlich sind, ergibt sich aus dem Sicherheitskonzept.

Welche Angaben benötigt Abatec für eine Ersteinschätzung?

Hilfreich sind Streckenplan, vorhandene Glasfaser, Montageart, zu unterscheidende Ereignisse, Umgebungsbedingungen, gewünschte Zonen sowie Anforderungen an Leitstelle und Schnittstellen.